Törnbericht 4

Von: Kanape

Crew: Karen und Peter

Ab 24.Juni

 

Wenn man von Süden her den Kalmarsund befährt, taucht irgendwann nördlich von Sandvik

 

eine bläulig schimmernde umgestülpte Schale mitten im Sund am Horizont auf.

 

Die blaue Jungfrau. Die Insel hat ihren Namen aus dem Volksmund. Sie sieht nämlich durch ihren Kiefernbewuchs lange Zeit, bis man nahe dran ist, wie blau angemalen aus und ist durch ihre schroffen, steil abfallenden Felsenufer so unnahbar, wie man es allgemein einer alten Jungfrau nachsagt.

 

Sie ist eine Attraktion und einige Fischer fahren mit ihren Kuttern Passagiere dorthin.

 

Diese müssen dann mit Bördebooten an Land gebracht werden.

 

Wir lassen die Jungfrau links liegen (sie bleibt an Backbord zurück) und streben unserem nächsten Ziel, Borgholm, zu.

 

Hier hat in der Nähe auf Schloss Soliden die Königsfamilie ihren Sommersitz und am 25.Juni ist

 

Sankt Hans, der inoffizielle Sommeranfang in Schweden. So langsam füllt sich der Hafen mit repräsentativen Yachten, man will sich rechtzeitig positionieren zum Erscheinen der Hoheiten.

 

Zum Geburtstag der Kronprinzessen Viktoria, am 14. Juli, gibt es auf der Insel auch jede Menge Aktivitäten. Überall hängen Plakate, die die Ereignisse ankündigen. Die Bevölkerung ist sehr monarchistisch eingestellt, Postkarten mit der Königsfamilie in allen Variationen verdeutlichen das.

 

Wir entrichten unseren Obolus zu Gunsten der königlichen Schatulle in dem wir den Schlossgarten besichtigen und im angrenzenden Cafe kaffesieren.

 

Weiter geht’s nach Norden, Byxelkrok. Es ist immer noch kalt und so fallen die mittsommernächtlichen Aktivitäten der Schweden doch eher moderat aus. Da wir hier alle Möglichkeiten vorfinden machen wir mal einen Haushaltstag. Große Wäsche, Bettenzeugwechsel, aufräumen in den Backskisten und kleine Reparaturen fallen auch immer an.

 

Der Sonntag machte dann seinem Namen alle Ehre, endlich mal wieder Sonnenschein und Wärme.

 

Wir schnappen unsere Bordräder und machen eine schöne lange Radtour zur Nordspitze Ölands,

 

dem Leuchtturm „langer Erik“. Wir fahren durch Kiefer- und Birkenwälder und genießen die selbstgepflückten Walderdbeeren. Kommt jetzt der Sommer???

 

Nach 2 Tagen ist aber genug und wir wollen weiter zu unserem nächsten Ziel: Gotland.

 

Wir legen früh ab und hoffen dass sich die See von den doch starken Winden der letzten Tage beruhigt hat. Aber nein, wir müssen motoren, und da kein Wind die Segel füllt und das Schiff ruhig hält, wird es eine sehr schaukelige Überfahrt.

 

Aber nach acht Stunden machen wir im Visbyer Binnenhafen fest und sind froh wieder festen Boden unter den Füssen zu haben.

 

Der Hafen ist fast voll und eine quirlige Hafenmeile versucht uns zu locken. Aber wir sind kaputt und todmüde und so fallen wir früh in die Koje.

 

Am nächsten Tag beginnen wir mit unseren Exkursionen in und um Visby. Eine geschichtsträchtige Stadt, deren Bausubstanz in der Altstadt zu großen Teilen noch aus dem 11. bis 13. Jahrhundert stammt, eingeschlossen durch eine, fast vollständig erhaltene, Stadtmauer mit Wachtürmen und Stadttoren. Die Namen der engen Gassen verraten noch den starken Einfluss der mittelalterlichen Hanse, z.B. Bremervägn oder Lybskagränd..

 

1995 wurde die Ringmauer Weltkulturerbe und 1998 entstand eine Universität.

 

Aber das wichtigste ist…. seit wir hier sind ist Sommer! Um die 25° C und ein Hauch von Seewind machen es in der Stadt angenehm und das Eis schmeckt hervorragend.

 

 

Bis zum nächsten Bericht grüßt

 

die Kanapecrew Karen und Peter

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