Törnbericht 3

Von: Kanape

Crew: Karen und Peter

Ab 14. Juni

 

Heute wollen wir rüber nach Grönhögen auf Öland, mit achterlichem Wind eine flotte, wenn auch schaukelige Angelegenheit.

 

Der Wind blies leider auch die Nacht durch, so dass es wieder mal sehr unruhig wurde.

 

Eine Radtour zu der Burg Egetorp und durch die Alvar* (ca. 20 km) hat uns aber richtig müde gemacht, so dass wir doch einigermaßen geschlafen haben.

 

Am nächsten Morgen dann weiter nach Mörbylonga. Hier treffen wir Bekannte, neben deren Schiff wir 2007 in Stockholm fest machten, Adolf und Berit Jessen. Ein deutscher Zimmermannmeister der in den 50er Jahren nach Schweden gegangen ist. Leider war er schon in Loftehamar auf dem Festland und so konnten wir nicht plattdeutsch palavern.

 

Die nächste Station war Färjestaden gegenüber von Kalmar. Bis zum Brückenbau vor 20 Jahren, der Fährhafen auf Öland. Heute bemüht man sich um Tourismus und hat deshalb einen Yachthafen ausgebaut und eine kleine Personenfähre wurde gerade getauft und verkehrt nostalgisch wieder auf der alten Route.

 

Weil eine Schlechtwetterfront angekündigt wurde haben wir uns entschlossen auch rüber nach Kalmar zu gehen und dort ein bisschen auf Kultur zu machen. Es gibt eine schöne alte Innenstadt und ein großes Schloss. Und an einer, mit extra glatten Planken ausgelegten Ecke der Pier, trifft sich die Tango-Szene.

 

Ja, und shoppen gehen kann man hier auch gut!! Eine echte schwedische Smörgastorta wurde unser Abendessen. ( Für Lilienthaler: gibs bei Amendson an der Hauptstrasse).

 

Aber wir wollen hier nicht eingebürgert werden und deshalb geht’s zurück nach Öland / Borgholm.

 

Hier ist unter anderem der Sommersitz der schwedischen Königsfamilie und da die Ferienzeit naht

 

(Beginn immer zum Mittsommerfest) werden Geschäfte eröffnet und Stände aufgebaut. Große Yachten legten sich an voraus bestellten Liegeplätzen um sich rechtzeitig zum Eintreffen der Königsfamilie zu positionieren.

 

Hier ist vieles auf dieses Großereignis ausgerichtet. Wir machten eine Radtour zur alten Schloßruine und besichtigten auch die schöne Gartenanlage der Königsresidenz Soliden. In dem angeschlossenem Cafe fühlten wir uns dann „bei Hofe“ zu sein. Leider waren die Gastgeber noch nicht da.

 

Heute sind wir in Sandvig, der Törn gestern hierher war noch schön. Aber abends bezog es sich und es sollte in der Nacht stark regnen. Das war noch ok, aber gegen 5.00 Uhr setzte auf einmal ein Starkwind ein, der die Yachten im Hafen mal wieder zum tanzen brachte.

 

(um die Dramatik dieses Tanzes zu verdeutlichen, melde ich, Karen, mich mal zu Wort: Wenn mein Gleichgewichtsorgan in der Nacht 6-8 Stunden durch den Shaker gerüttelt wurde und ich mich nur in stabiler Seitenlage in der Koje halten kann, dann sind meine Nerven am nächsten Tag einfach wund gescheuert. Wenn dann den Tag über weiter kalter Starkwind über den Hafen zieht, sodass auch eine Weiterfahrt keine wirklich Alternative darstellt, dann kann ich mich nur noch an Land aufhalten, spazieren gehen oder in einer windgeschützten Ecke versuchen zu entspannen. Wenn ich dann auch noch anfange, Wohnmobilfahrer um ihre ruhigen Betten zu beneiden, verdeutlicht dies ganz gut das wahre Ausmaß der nervlichen Zerrüttung.)

 

An der Westküste Ölands sind die Häfen alle irgendwie gegen westliche Winde anfällig.

 

Wir lesen im Moment einen Öland-Krimi von Johan Theorin. Die Handlung spielt hier im nördlichen Teil der Insel, und es ist fast gruselig sich in mitten der Handlungsorte zu befinden. Man erkennt die stillgelegte Steinhauerei, die enorm expandierende Hotelanlage, die vielen versteckten Sommerhäuser, die alten, teilweise verfallenen Kahnhäuser und vor allem die Alvar, eine karge, mit Moosgeflecht und Wacholderbüschen bedeckte Hochsteppe, die sich endlang der ganzen Insel zieht.

 

Im Moment blüht hier alles und vielfältige Vogelstimmen erfüllen die Luft, aber man kann sich gut vorstellen wie es ist, wenn Nebelschwaden, Regenschauer oder Schneestürme über diese Landschaft ziehen.

 

*Die Alvar ist ein Hochrücken, der aus Kalk- und Sandgestein besteht, mit einer dünnen Schicht Humus drauf. Die hier wachsenden Pflanzen und Moose sind das Futter für die frei laufenden Rinder, Schafe und anderes Getier. Ein dünner Bestand aus buschartigen Birken und Eichen bieten neben den Wacholderbüschen ein wenig Schutz. Und an einigen Stellen werden Steinbrüche sichtbar. Hier wird der Sandstein abgebaut, der allenthalben als Baustoff Verwendung findet. Auch die kilometerlangen Steinwälle, die die Areale abgrenzen, sind aus diesem Stein.

 

An einigen Stellen reicht diese Alvar bis an die Küste. Und hier kann man die vielfältige Schichtung des Gesteins gut erkennen.

 

So, das war es wieder einmal, inzwischen sind wir weitergezogen. Morgen geht es nach Visby

 

Aber davon das Nächste mal

 

Seit alle herzlich gegrüßt von der Kanape-Crew

 

Karen und Peter

 

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