Sommertörn 2011

Von: Kanape

Crew: Karen Wünsche, Peter Pauls

Ein erster Törnbericht von der „Kanape“ 2011

 

 

An Bord wie immer Kapitöse Karen und Allrounder Peter Man sieht es deutlich: Wer den Hut auf hat, hat auch das Sagen!!!

 

Nachdem wir in Schleimünde noch Tschüss gesagt haben und anschließend bei WP Holli* einen Schnaps für Neptun und ein kurzes Gedenken eingelegt haben, ging es über Bagenkop, Smalands Fahrwasser, den Bögestrom, der Faxebucht über den Sund nach Schweden.

 

Von allen Wallander-Fans haben wir vorsorglich in Ystad, Mariagata gegrüßt! Kurt war gerade nicht zu Hause! Die Filmstudios waren zurzeit Menschenleer.

 

In Smykehamn haben wir eine Nacht in einem Güllefass verbracht, derHafen ist Sammelbecken für irgendwelches organisches Treibgut und stinkt bei Sonnenschein erbärmlich.

 

Weiter ging es nach Simrishamn, ein Hafen den fast alle Ostschweden Fahrer anlaufen.

 

Nach einem Hafentag sind wir bei anscheinend etwas unsichtigem Wetter nach Hanö ausgelaufen.

 

Draußen wurde es dann aber pottendicht, wie man so sagt. Sicht unter ¼ sm, heisst 2-300 m.

 

Man fährt wie in einem Wattebausch und hört angestrengt nach irgendwelchen Schallsignalen.

 

Auf den Bildern kann man im Hintergrund etwas davon sehen (wie sie sehen,… sehen sie nichts!).

 

Da ist das AIS, ein elektronisches Schiffserkennungssystem, schon sehr hilfreich.

 

Alle Schiffe über 300 t und alle Passagierschiffe, Fähren usw. müssen ein Signal aussenden an dem man erkennt welchen Kurs sie wie schnell fahren. Danach kann man dann seine eigene Navigation ausrichten.

 

Und plötzlich, wie von Geisterhand, öffnet sich direkt vor der Hafeneinfahrt Hanö der Vorhang und die Sonne scheint.

 

In der Nacht hatten wir dann die Ausläufer von eurem Unwetter, mit Starkregen und Gewitter.

 

Solche Naturereignisse haben auf See in einem Segelboot immer eine ganz andere Intensität.

 

So, heute soll es noch nach Karlskrona weitergehen und deshalb erstmal bis denne.

 

Es grüßt die Kanape-Crew

 

Karen und Peter

 

 

 

PS: * WP Holli ist der Seebestattungsort von unserem Segelfreund Holger Königshoff 3 sm vor Schleimünde.

 

Und für den MYC: Für Meno gab es auch einen Jubi

 

 

 

Törnbericht Nr.: 2

 

 

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt… 13. Juni 2011

 

Aus der Weiterfahrt von Hanö nach Karlskrona wurde erstmal nichts. Morgens doch wieder dichter Nebel und der lichtete sich als Starkwind bis 7bft aufkam. Also blieben wir im Hafen.

 

War jedoch keine so gute Idee. Der Schwell stand genau in den Hafen rein und die Schiffe an der Pier fingen an zu tanzen. Bis zu einem Meter hoch und runter. Die Skipper hatten alle Hände voll zu tun, ihre Yachten einigermaßen zu sichern. Um sie zu vermeintlich ruhigeren Liegeplätzen zu verholen, ließen findige Skipper Fender mit Leinen quer über den Hafen treiben. Gott sei Dank kam dabei nicht gerade die Fähre.

 

Zusätzliche Festmacher und alles was an Fendern an Bord war kamen zum Einsatz. Es war das reinste Hafenkino. Die Nacht war dem entsprechend unruhig, Karen wurde sogar in der Koje schlecht.

 

Am nächsten Morgen dann aber ein panikartiger Aufbruch einiger Yachtis, unter anderem auch ein älteres schwäbisches Ehepaar mit ihrer fast neuen Nauticat. Name und Heimathafen tun hier nichts zur Sache. Sie lagen direkt vor uns an der Pier, das Schiff mit dem Bug im Wind und es sollten die Leinen eingeholt werden.

 

Er auf dem Achterschiff, sie auf dem Vordeck mit dem vorderen Festmacher in der Hand.

 

Folgender Dialog in tiefst schwäbischem Dialekt spielte sich beim Ablegen ab:

 

Er: So, mer lege nu ab. Sie, im tiefsten Alt: Jo. Er, weil das Schiff auf uns zu trieb: Leine discht hole.

 

Sie stand mit Blickrichtung nach vorne und rührte sich nicht. Er, lauter: Hol die Leine discht. Darauf drehte sie sich um und fragte: Ei warum?

 

Man kann solche Situationskomik schlecht ohne den urschwäbischen Dialekt wieder geben, aber wir haben uns köstlich amüsiert.

 

Wir sind dann auch ausgelaufen und haben nach einem schönen Segeltag unser Ziel erreicht.

 

(Karen 2 Stunden steuern bei Sonnenschein, Peter 3 Stunden bei Regen)

 

Karlskrona liegt ein wenig versteckt hinter alten Festungsanlagen und ist ein großer Marinestützpunkt.

 

Wir haben am nächsten Tag mit unseren Bordfahrrädern eine schöne Erkundungstour gemacht.

 

Die Admiralitätskirche, das Marinemuseum und die Altstadt sind wirklich sehenswert.

 

Abends haben wir dann noch einen Kurztrip nach Torhamn gemacht.

 

Wir lagen als einziges fremdes Schiff in diesem winzig kleinen Hafen.

 

Plötzlich spricht uns eine junge Frau an. Simone aus Chemnitz, eine Austauschstudentin, die sich nach einem Jahr Studium in Karlskrona von Schweden verabschiedete.

 

Wir baten sie an Bord und hatten ein nettes Gespräch über ihre Erfahrungen in Schweden und unsere Reiseziele. Das Essen reichte dann auch für drei Personen.

 

Ein wunderschöner Abend mit einem farbenfrohen Sonnenuntergang rundete den Tag ab.

 

Die Reise von Torhamn nach Kristianopel, unserem nächsten Ziel, war ein echt toller Segeltag.

 

Schiebewind bis 7bft trieb unsere Kanape mit schäumender Bugwelle bei herrlichem Sonnenschein gen Norden.

 

Wir haben uns mit Holländern, die das gleiche Reiseziel hatten, gegenseitig fotografiert. Daher ist das dokumentiert.

 

So, das war’s für heute, morgen wollen wir rüber nach Öland.

 

Es grüßt euch

 

die Kanape-Crew

 

 

Karen und Peter

 

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